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	<title>Europa Archive - SocioAnalysis-Blog</title>
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	<description>Dr. Manuel Franzmann - Forschung &#38; Lehre in Soziologie, Pädagogik &#38; Sozialer Arbeit</description>
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	<title>Europa Archive - SocioAnalysis-Blog</title>
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		<title>Der beschleunigte gesellschaftliche Strukturwandel als Herausforderung für Bildung und biografische Transformationen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Manuel Franzmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Jun 2021 10:46:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bedingungsloses Grundeinkommen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Wintersemester 2020/21 habe ich unter dem Titel „Der beschleunigte gesellschaftliche Strukturwandel als Herausforderung für Bildung und biografische Transformationen“ eine Vorlesung gehalten, zu der nun eine gleichnamige Publikation verfügbar ist: Franzmann, Manuel (2021): „Der beschleunigte gesellschaftliche Strukturwandel als Herausforderung für Bildung und biografische Transformationen (Vorlesung 2)“. Kiel: Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, 22 Seiten. URL: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:gbv:8:3-2021-00308-5 Abstract:Gegenstand <a class="more-link" href="https://blog.manuelfranzmann.de/2021/06/03/der-beschleunigte-gesellschaftliche-strukturwandel-als-herausforderung-fuer-bildung-und-biografische-transformationen/">WEITER ...</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.manuelfranzmann.de/2021/06/03/der-beschleunigte-gesellschaftliche-strukturwandel-als-herausforderung-fuer-bildung-und-biografische-transformationen/">Der beschleunigte gesellschaftliche Strukturwandel als Herausforderung für Bildung und biografische Transformationen</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.manuelfranzmann.de">SocioAnalysis-Blog</a>.</p>
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<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://macau.uni-kiel.de/images/macau_logo.svg" alt="" width="197" height="56"/></figure></div>



<p>Im Wintersemester 2020/21 habe ich unter dem Titel „Der beschleunigte gesellschaftliche Strukturwandel als Herausforderung für Bildung und biografische Transformationen“ eine Vorlesung gehalten, zu der nun eine gleichnamige Publikation verfügbar ist:</p>



<p>Franzmann, Manuel (2021): „<strong>Der beschleunigte gesellschaftliche Strukturwandel als Herausforderung für Bildung und biografische Transformationen (Vorlesung 2)</strong>“. Kiel: Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, 22 Seiten. URL: <a href="https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:gbv:8:3-2021-00308-5" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:gbv:8:3-2021-00308-5</a></p>



<p>Abstract:<br>Gegenstand der Betrachtung ist der beschleunigte gesellschaftliche Strukturwandel, und zwar im Hinblick auf damit verbundene Herausforderungen für Bildung und biografische Transformationen. Hierzu wird die in der ersten der beiden Vorlesungen dargestellte, auf Ulrich Oevermann zurückgehende krisentheoretische Perspektive herangezogen, die ein neuere Paradigma in den Sozialwissenschaften repräsentiert, mit einem großen Potenzial für Fragestellungen der Soziologie, Pädagogik und Sozialen Arbeit. Besonderes Augenmerk wird der Programmatik des „lebenslangen Lernens“ geschenkt, die seit den 1970er-Jahren den Strukturwandel in Deutschland, Europa und Nordamerika diskursiv begleitet. Es wird argumentiert, dass dieser Diskurs eine bezeichnende Engführung schon im Begriff des „Lernens“ mit sich führt, im Unterschied zu dem umfassenderen Bildungsbegriff, wie er von Wilhelm von Humboldt geprägt worden ist. Der Strukturwandel hat mittlerweile ein Tempo und ein Ausmaß erreicht, dass „Lernen“ im krisentheoretisch explizierten Sinne von routinehaften Prozessen der Erwerbs von Wissensbeständen und Fertigkeiten bei weitem nicht ausreicht. Um den wachsenden Anforderungen an biografische Transformationen gerecht zu werden, wären vielmehr krisenvermittelte Bildungsprozesse über die gesamte Lebensspanne nötig. In diesem Zusammenhang wird auch die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens diskutiert, die eine Demokratisierung der sozialstrukturellen Verfügbarkeit von Muße ermöglichte. Muße erscheint dabei als strukturelle Voraussetzung für genuine Bildungsprozesse im Sinne Wilhelm von Humboldts.</p>



<p>Der obige Text setzt die Bekanntschaft mit dem folgenden Text voraus, um Missverständnisse zu vermeiden.</p>



<p>Franzmann, Manuel (2021): „<strong>Krisentheoretische Perspektiven auf Bildung und Transformation im Lebenslauf (Vorlesung 1)</strong>“. Kiel: Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, 22 Seiten. URL: <a href="https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:gbv:8:3-2021-00307-0" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:gbv:8:3-2021-00307-0 22</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.manuelfranzmann.de/2021/06/03/der-beschleunigte-gesellschaftliche-strukturwandel-als-herausforderung-fuer-bildung-und-biografische-transformationen/">Der beschleunigte gesellschaftliche Strukturwandel als Herausforderung für Bildung und biografische Transformationen</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.manuelfranzmann.de">SocioAnalysis-Blog</a>.</p>
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		<title>Europäische Finanzkrise und Bedingungsloses Grundeinkommen</title>
		<link>https://blog.manuelfranzmann.de/2015/01/23/europaeische-finanzkrise-und-bedingungsloses-grundeinkommen-videoausschnitte/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Manuel Franzmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 22 Jan 2015 23:41:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bedingungsloses Grundeinkommen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Abschlussdiskussion „Wie wir künftig in Europa leben wollen – z. B. mit einem Bedingungslosen Grundeinkommen!?“ am 10. Mai der Hamburger Utopiewochen 2014. &#160; &#160; Die von mir dort vorgetragenen Thesen: 1. These: Die Eurokrise hat für die Allgemeinheit deutlich werden lassen, dass frühe Warnungen von Ökonomen zutreffen, die einen gemeinsamen Währungsraum ohne politische Union als <a class="more-link" href="https://blog.manuelfranzmann.de/2015/01/23/europaeische-finanzkrise-und-bedingungsloses-grundeinkommen-videoausschnitte/">WEITER ...</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.manuelfranzmann.de/2015/01/23/europaeische-finanzkrise-und-bedingungsloses-grundeinkommen-videoausschnitte/">Europäische Finanzkrise und Bedingungsloses Grundeinkommen</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.manuelfranzmann.de">SocioAnalysis-Blog</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div style="clear: both;">Abschlussdiskussion „Wie wir künftig in Europa leben wollen – z. B. mit einem Bedingungslosen Grundeinkommen!?“ am 10. Mai der Hamburger Utopiewochen 2014.</div>
<div style="clear: both;">&nbsp;</div>
<p><iframe src="//www.youtube.com/embed/KkNR7chJjCs?list=PLlx3p4oLcli5CNrLl0xEFKPRs5i-8DLV2" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></p>
<div style="clear: both;">&nbsp;</div>
<div style="clear: both;">Die von mir dort vorgetragenen Thesen:</div>


<p></p>



<p>1. These: Die Eurokrise hat für die Allgemeinheit deutlich werden lassen, dass frühe Warnungen von Ökonomen zutreffen, die einen gemeinsamen Währungsraum ohne politische Union als auf Dauer nicht tragfähig sahen. Der gegenwärtige Zustand ist demzufolge perspektivisch unhaltbar und weiterhin krisenanfällig. Europa muss sich entscheiden zwischen einer Rückabwicklung der Eurozone oder der konsequenten Fortbildung der Europäischen Union zu einem integrierten europäischen Bundesstaat – was realistischerweise nur mit einer Gruppe von Avantgardeländern möglich ist, die voranschreiten. Alles andere löst die Probleme nicht an der Wurzel. Das scheint so sicher wie das Amen in der Kirche. Zwar bildet die zunehmende politische Polarisierung zwischen Euroskeptikern und Anhängern der fortschreitenden Europäischen Integration diese Entscheidungssituation bereits deutlich ab. Dennoch ist erstaunlich, wie wenig sie bisher in der Öffentlichkeit artikuliert wird und hinter vagen Diskussionen um „Mehr“ oder „Weniger“ Europa tendenziell verschwindet. Auch nützt es nichts, sich die Diskussion über sie unter Verweis auf unüberwindlich scheinende Schwierigkeiten der Verwirklichung eines Bundesstaates von vorneherein zu sparen. Am ehesten noch scheinen aktive Europapolitiker zu ahnen, dass Europa am Scheideweg steht. Berufene Krisendeuter, Intellektuelle, Europa-Experten dagegen tun sich überwiegend schwer damit, das Problem zu konstatieren.&nbsp;<a rel="noreferrer noopener" href="http://www.euractiv.de/sections/eu-innenpolitik/kann-der-euro-ohne-eine-politische-union-ueberleben-301974" target="_blank">Weiterführende Lektüre</a></p>



<p>2. These: Zu einem europäischen Bundesstaat gehört auch eine starke soziale Dimension. Ein bedingungsloses Grundeinkommen in Europa böte, abgesehen von den guten Gründen, die auch unabhängig von Europa schon für es sprechen, die Möglichkeit, sie auf relativ einfache Weise sehr deutlich in Erscheinung treten zu lassen, ohne dass man dabei sogleich das hochkomplexe Problem lösen müsste, die sehr heterogenen Sozialstaatsregelungen der verschiedenen Mitgliedsländer in einer praktikablen, für alle akzeptablen und halbwegs konsistenten Synthese zusammenzuführen. Man könnte nämlich das BGE einfach von unten als Sockeleinkommen quer durch Europa den verschiedenen Sozialstaatsregelungen hinzufügen und Letztere erst einmal on top in ihrer Diversität fortbestehen lassen. Der Ausbau der sozialen Dimension der EU ließe sich so unmittelbar wirksam vorantreiben und man gewönne zugleich die nötige Zeit, an einer langfristigen Synthese der diversen Sozialstaatsregelungen zu arbeiten, die man nicht alle durch das Grundeinkommen substituieren kann.</p>



<p>3. These: Ein bedingungsloses Grundeinkommen würde der Europapolitik grundlegende Alternativen bieten zu dem bisherigen Krisenmanagement, das die am Zustandekommen der Krise beteiligten Großbanken und Anleger mit Mitteln der öffentlichen Hand rettet, jedoch unbescholtenen Bürgern in den Krisenstaaten drastische Einschnitte zumutet und die Steuerzahler der reicheren Länder ebenfalls belastet. Einflussreiche Krisendeuter wie Fritz Scharpf, der der Sozialdemokratie nahesteht, halten diese Politik mehr oder weniger für ausweglos angesichts der Tatsache, dass die Mitgliedstaaten durch die Einführung der gemeinsamen Währung die Möglichkeit der Währungsabwertung nicht mehr haben. Es bliebe, so Scharpf, nur noch die Möglichkeit der „inneren Abwertung“ durch Lohnsenkungen, Arbeitsmarktflexibilisierung, usw. (Aus solchen Argumentationen speist sich natürlich schnell ein Euroskeptizismus.) Scharpf hat auf einer Konferenz in Amsterdam 2013 vor diesem Hintergrund auch den Gedanken einer europäischen Arbeitslosenversicherung verworfen, weil ein Arbeitslosengeld in ordentlicher Höhe die zur wirtschaftlichen Gesundung nötigen Lohnsenkungen konterkarieren würde, da es zu niedrigen Löhnen in Konkurrenz träte. Das bedingungslose Grundeinkommen kennt ein solches Dilemma gerade nicht! Als bedingungslose Zahlung tritt es nicht in Konkurrenz zu niedrigen Löhnen. Daher eröffnete es gleichermaßen Möglichkeiten für wirtschaftliche Strukturanpassungen und europäische Solidarität mit Not leidenden Bürgern. Außerdem würde es auch die Konsumnachfrage in der Breite sicherstellen, somit der viel kritisierten „Austeritätsfalle“ vorbeugen. Man möge sich auch einmal vorstellen, was es für Not leidende Bürger des Südens, nicht zuletzt die arbeitslose Jugend, in ihrem Verhältnis zur Europäischen Union bedeuten würde, wenn sie zwar weiterhin Strukturanpassungen zu ertragen hätten, aber zugleich eine derartige ökonomische Basis, wie sie es ein bedingungsloses Grundeinkommen darstellte, ohne jede Bedingung über die Europäische Union bereitgestellt bekämen.</p>



<p>4. These: Philippe Van Parijs hat mit einleuchtenden Argumenten das bedingungslose Grundeinkommen unter dem Stichwort der „Eurodividende“ als einen Weg zur Stabilisierung der Eurozone starkgemacht unter Rückgriff auf wirtschaftswissenschaftliche Theorien zu „optimalen Währungsräumen“ (<a href="http://www.social-europe.eu/2013/07/the-euro-dividend/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">1</a> – <a href="http://www.theglobaljournal.net/article/view/1038/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">2</a> – <a href="http://www.euractiv.com/sections/social-europe-jobs/van-parijs-unconditional-basic-income-europe-will-help-end-crisis-301503" target="_blank" rel="noreferrer noopener">3</a>). Sein Vorschlag wirft eine Folgefrage auf: Ist eine solche Eurodividende ohne gleichzeitige oder vorausgehende politische Union überhaupt denkbar? Van Parijs lässt diese Frage offen. Ich bin der Meinung, nein! Warum? Kurz geantwortet: Die Solidaritätsfrage drängt Europa dazu, sich als politische Gemeinschaft zu konstituieren. Nur im Rahmen einer solchen verfassten Gemeinschaft können auf Dauer angelegte Solidaritätslasten unter gleicher Beteiligung aller Bürger und Mitgliedsländer gerecht verteilt und geregelt werden. Es gibt zwar auch jetzt schon nicht unbeträchtliche Zahlungsflüsse, die faktisch der europäischen Solidarität dienen (EZB-Staatsanleiheaufkäufe zugunsten Not leitender Länder, die vergangene Verschuldung der Krisenstaaten, die allerdings unter der Prämisse einer Rückzahlungsillusion der Gläubiger erfolgt ist (siehe Vobruba), deren drohende Verluste am Ende durch Rettungsmaßnahmen teilweise bei den zahlungskräftigen Staatshaushalten landeten). Aber das geschieht noch eher ad hoc und auf verdeckte Weise. Wo es offen thematisiert und eingeklagt wird, wie etwa bei den von Manchen geforderten „Eurobonds“, wird es sofort zum Problem, nicht zuletzt, weil bisher der vergemeinschaftete politische Rahmen fehlt.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.manuelfranzmann.de/2015/01/23/europaeische-finanzkrise-und-bedingungsloses-grundeinkommen-videoausschnitte/">Europäische Finanzkrise und Bedingungsloses Grundeinkommen</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.manuelfranzmann.de">SocioAnalysis-Blog</a>.</p>
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		<title>Keine Eurozone ohne bedingungsloses Grundeinkommen in Europa</title>
		<link>https://blog.manuelfranzmann.de/2014/01/22/keine-eurozone-ohne-bedingungsloses-grundeinkommen-in-europa/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Manuel Franzmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Jan 2014 21:17:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Artikel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 1. Dezember 2013 hat Philippe Van Parijs an der Universität Kopenhagen eine hörenswerte Vorlesung in Englisch zum Thema „No Eurozone without a Euro Dividend“ gehalten, die von dem dänischen Ableger des Basic Income Earth Network auf Youtube veröffentlicht wurde (siehe unten). Schon seit ein paar Jahren setzt er sich für ein bedingungsloses Grundeinkommen auf <a class="more-link" href="https://blog.manuelfranzmann.de/2014/01/22/keine-eurozone-ohne-bedingungsloses-grundeinkommen-in-europa/">WEITER ...</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.manuelfranzmann.de/2014/01/22/keine-eurozone-ohne-bedingungsloses-grundeinkommen-in-europa/">Keine Eurozone ohne bedingungsloses Grundeinkommen in Europa</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.manuelfranzmann.de">SocioAnalysis-Blog</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am 1. Dezember 2013 hat Philippe Van Parijs an der Universität Kopenhagen eine hörenswerte Vorlesung in Englisch zum Thema „No Eurozone without a Euro Dividend“ gehalten, die von dem <a href="http://www.basisindkomst.dk/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">dänischen Ableger</a> des <a href="http://www.basicincome.org/bien/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Basic Income Earth Network</a> auf Youtube veröffentlicht wurde (siehe unten). Schon seit ein paar Jahren setzt er sich für ein bedingungsloses Grundeinkommen auf europäischer Ebene beharrlich und mit bemerkenswerten Argumenten ein, obgleich die Mainstream-Intellektualität, die sich über die Krise der Europäischen Union und ihre Lösungsmöglichkeiten den Kopf zerbricht, sich diesem Vorschlag gegenüber weiterhin ziemlich ignorant verhält, wovon man sich unter anderem auf der letzten Konferenz des <a href="http://councilforeuropeanstudies.org/">Council for European Studies</a> in Amsterdam 2013 überzeugen konnte. (Diese wissenschaftliche Fachgesellschaft für Europaforschung ist die größte ihrer Art und versammelt auf ihren Konferenzen über 1000 Teilnehmer aus allen Fachrichtungen und Erdteilen.)</p>
<p>Philippe Van Parijs ist ein ungewöhnlicher Intellektueller. Seit vielen Jahren schon setzt er sich unermüdlich und mit großer Geduld für ein bedingungsloses Grundeinkommen mit den weichen Waffen des besseren Arguments ein. Er tut dies auf eine ausgesprochen sanftmütige und integrative Weise, die ihn in Verbindung mit seiner bemerkenswerten Vielsprachigkeit und seiner ausgeprägten kosmopolitischen Reisetätigkeit zu der Integrationsfigur der weltweiten Grundeinkommensbewegung schlechthin haben werden lassen. Seine ausgeprägte Intellektualität verzichtet auf Scharfsinnigkeit inszenierende Sophistizierungen oder auf den immer noch sehr verbreiteten durchblickerhaften Schein-„Realismus“, der permanent darum bemüht ist, Nicht-Naivität unter Beweis zu stellen. Philipp Van Parijs ist in einem viel substanzielleren Sinne nicht naiv, nämlich vom Realismus desjenigen durchdrungen, der begriffen hat, dass die zur Durchsetzung von derart weitreichenden Ideen wie der des bedingungslosen Grundeinkommens nötige Überzeugungsarbeit das Bohren superdicker Bretter bedeutet. Dieser Aufgabe hat sich Philippe Van Parijs mit asketischer Hingabe, jedoch zugleich mit feinsinnigem Humor verschrieben, und die vielen kleineren und größeren Erfolge auf der zurückgelegten langen Strecke geben ihm auch recht.</p>
<p>Die Idee einer „Eurodividende“ wäre tatsächlich der Würdigung durch diejenigen Wert, die sich über die Zukunft Europas sozusagen hauptberuflich und an herausgehobener, öffentlichkeitswirksamer Stelle Gedanken machen. Sie hat das Potenzial dazu, an Punkten überraschende Auswege zu eröffnen, die bisher als ausweglos erschienen. Ein Beispiel: Auf seinem viel beachteten Vortrag auf der oben erwähnten Konferenz in Amsterdam hat der sozialdemokratische Vordenker Fritz Scharpf mit großer analytischer Nüchternheit das Bild einer ausweglosen Situation in Griechenland gezeichnet. Angesichts der gemeinsamen Währung fehle die Möglichkeit zur Währungsabwertung, die Griechenland die Erholung seiner Wirtschaft erlaubte. Stattdessen bliebe im Wesentlichen nur die Option, eine analoge interne Abwertung der Lohnstrukturen usw. zu betreiben. Zwar forderten verständlicherweise Viele mehr europäische Solidarität, nicht zuletzt in Form einer europaweit finanzierten Arbeitslosenversicherung, die den einfachen griechischen Bürgern zugutekäme und diese in dem schwierigen Erholungsprozess der griechischen Wirtschaft unter die Arme greifen würde. Jedoch gäbe es dabei ein gravierendes Folgeproblem. Ein Arbeitslosengeld träte in Konkurrenz zur Lohnbildung und würde die Lohnabwertung nach unten unterminieren, so der dem aktivierenden Sozialstaat und der dahinterstehenden Denkweise nicht abgeneigte Scharpf. Wer sich schon einmal näher mit dem bedingungslosen Grundeinkommen beschäftigt hat, weiß, dass diese Konkurrenz bei einem solchen Grundeinkommen nicht existierte. Denn man erhielte es ja völlig unabhängig davon, ob man erwerbstätig ist oder nicht. Bei Arbeitslosengeld muss man sich dagegen im Zweifelsfall entscheiden, ob man es bezieht oder stattdessen erwerbstätig ist und Erwerbseinkommen erhält. Wenn das Arbeitslosengeld höher als das zu erwartende Erwerbseinkommen ist, entsteht ökonomisch ein Anreiz keine Erwerbsarbeit anzunehmen und stattdessen Arbeitslosengeld zu beziehen. Auf dem Arbeitsmarkt wirkt dies implizit als Hindernis für eine Lohnbildung nach unten. Bei dem bedingungslosen Grundeinkommen ist dagegen jedes Erwerbseinkommen zusätzlich und repräsentiert dementsprechend immer auch einen ökonomischen Anreiz zur Erwerbsarbeit. Wenn man somit eine Lohnbildung nach unten unter den Prämissen eines gemeinsamen Währungsraums für reformpolitisch unausweichlich hält wie Scharpf, böte das Grundeinkommen hier einen Ausweg, der ohne es nicht existierte.</p>
<p>Man muss sich zudem einmal vor Augen führen, wie bedeutsam ein solches Grundeinkommen als handfestes Zeichen europäischer Solidarität in den Händen griechischer Bürger wäre, um bei dem Beispiel dieses besonders gebeutelten Landes zu bleiben. Es würde für Jeden erfahrbar machen, dass die EU nicht nur Banken und die Vermögen von Großanlegern rettet, sondern auch die Bürger im gesellschaftlichen Strukturwandel stärkt. Es wäre darin auch ein wirksames Gegenmittel gegen den grassierenden anti-europäischen Populismus.</p>
<p>Ein weiterer Vorteil einer Eurodividende sollte zu denken geben: Viele fordern aus guten Gründen einen europäischen Sozialstaat. Seine Verwirklichung erscheint jedoch angesichts der heterogenen sozialstaatlichen Regelungen in den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union als ausgesprochen schwierig. Wie soll man, so stellt sich tatsächlich als Frage, aus dieser komplexen Vielfalt von Regelungen und nationalen Traditionen zu einem konsistenten europäischen Modell vordringen, und dies möglichst bald? Auch hier bietet ein bedingungsloses Grundeinkommen überraschende Vorteile. Es böte nämlich die Möglichkeit, einen großen Teil der gegenwärtig bestehenden Notwendigkeit äußerst komplexer Synthesebildungen elegant zu umgehen. Man könnte ein Grundeinkommen als Sockeleinkommen europaweit einführen, die existierenden Regelungen in den Mitgliedsstaaten fürs Erste fortbestehen lassen, aber durch schrittweise Erhöhung des Grundeinkommens von unten sukzessive substituieren und überflüssig machen. Solange bestehende Regelungen über das Grundeinkommen hinausgehen, könnten sie <em>on top</em> weitergeführt werden, bis sie durch ein erhöhtes Grundeinkommen irgendwann ganz ersetzt sind. Einen eleganteren, gangbareren Weg zu einem europäischen Sozialmodell gibt es wohl nicht.</p>
<p>Philipp Van Parijs Argumentation fügt dem Gesagten weitere beachtenswerte Gesichtspunkte hinzu, die sich auf die offenbar gewordenen Schwächen der Eurozone richten und auf die zu ihrem Verständnis so wichtig gewordenen „Theorien optimaler Währungsräume“. Auch in dieser Hinsicht eröffnet das Grundeinkommen neue Optionen, die endlich eine breitere Diskussion verdienen. Allerdings dürfte eine derart weitreichende Solidarität, wie sie ein europaweites bedingungsloses Grundeinkommen, aber auch andere Modelle von europäischem Sozialstaat, darstellten (mit ihnen auch eine stabile Eurozone), zuvor die Konstituierung der Europäischen Union als politische Gemeinschaft voraussetzen, d. h. als demokratisch verfassten europäischen Bundesstaat. Ohne einen solchen Rahmen politischer Vergemeinschaftung ist eine derart weitreichende, institutionalisierte Solidarität schwer vorstellbar. Wer also ein europaweites Grundeinkommen verwirklichen möchte, sollte auch daran interessiert sein, einen solchen konstitutionellen Akt in Europa herbeizuführen, den Viele heute mit dem gleichen durchblickerhaften Schein-„Realismus“ für unmöglich halten, der oben auch schon im Hinblick auf das bedingungslose Grundeinkommen erwähnt wurde.</p>
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<p></p>



<p>Veröffentlichungen mit thematischem Bezug zum bedingungslosen Grundeinkommen und zur EU:</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.manuelfranzmann.de/2014/01/22/keine-eurozone-ohne-bedingungsloses-grundeinkommen-in-europa/">Keine Eurozone ohne bedingungsloses Grundeinkommen in Europa</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.manuelfranzmann.de">SocioAnalysis-Blog</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Ohne Grundeinkommen kein Ende der Verschuldungsdynamik</title>
		<link>https://blog.manuelfranzmann.de/2012/05/25/ohne-grundeinkommen-kein-ende-der-verschuldungsdynamik/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Manuel Franzmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 25 May 2012 15:37:00 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Wirtschaftswachstum]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 24. Mai 2012 fand in der ZDF-Sendung „maybrit illner“ unter dem Titel „Alle pfeifen auf die Schulden. Wer hört noch auf die Kanzlerin?“ eine bemerkenswerte Diskussion zwischen dem Fraktionschef der Grünen im Bundestag, Jürgen Trittin, dem CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt, dem griechischen Wirtschaftswissenschaftler Theodoros Paraskevopoulos, der den linken griechischen Wahlfavoriten Alexis Tsipras der Partei Syriza <a class="more-link" href="https://blog.manuelfranzmann.de/2012/05/25/ohne-grundeinkommen-kein-ende-der-verschuldungsdynamik/">WEITER ...</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.manuelfranzmann.de/2012/05/25/ohne-grundeinkommen-kein-ende-der-verschuldungsdynamik/">Ohne Grundeinkommen kein Ende der Verschuldungsdynamik</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.manuelfranzmann.de">SocioAnalysis-Blog</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Am 24. Mai 2012 fand in der ZDF-Sendung „maybrit illner“ unter dem Titel „<a rel="noreferrer noopener" href="http://maybritillner.zdf.de/ZDF/zdfportal/web/ZDF.de/maybrit-illner/2942124/22716354/73ddea/Alle-pfeifen-auf-die-Schulden-.html" target="_blank">Alle pfeifen auf die Schulden. Wer hört noch auf die Kanzlerin?</a>“ eine bemerkenswerte Diskussion zwischen dem Fraktionschef der Grünen im Bundestag, Jürgen Trittin, dem CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt, dem griechischen Wirtschaftswissenschaftler Theodoros Paraskevopoulos, der den linken griechischen Wahlfavoriten Alexis Tsipras der Partei Syriza berät, dem Anthropologen, bekennenden Anarchisten und Vordenker der Occupy-Bewegung David Graeber und dem früheren Vorstand der Dresdner Bank, Herbert Walter,&nbsp;statt. Im Laufe der Diskussion formulierte Letzterer eine interessante Problemdiagnose, die eine nähere Betrachtung verdient und eine erstaunlich breite Zustimmung gefunden hat, besonders bei Jürgen Trittin und David Graeber (<a rel="noreferrer noopener" href="https://www.youtube.com/watch?v=AxdXlDt_5wA" target="_blank">Graeber spricht sich seit Neuestem für ein bedingungsloses Grundeinkommen aus</a>).</p>



<p>(Ab Minute 52:25:)<a style="background: #ffffff; color: #0c9aec; font-family: Roboto, sans-serif; font-size: 18px;" name="more" href="https://www.blogger.com/null"></a></p>



<p>Illner<em>: „Aber mich würde mal interessieren, warum Sie sagen, die Politik ist selber dran schuld. Sie hat sich in diese Ohnmachtsposition hineinmanövriert. Warum hat sie das getan und wie hat sie das getan?“&nbsp;</em></p>



<p>Walter<em>: „Na gut, wenn Sie sich seit den siebziger Jahren angucken, wie wir unser Wachstum finanziert haben, dann haben wir die immer schwächer werdenden Wachstumsraten zunehmend auf Pump finanziert. Nicht nur in Deutschland, wir sind da ja noch auf der Insel der Seligen, vermutlich. Aber in Ländern weltweit, ja, das gilt ja für Amerika genauso wie für Japan. Das gilt nicht nur für Griechenland, das gilt für Spanien, das gilt für viele andere Länder. Und je mehr die Staaten in die Abhängigkeit und in die Einflusssphäre der Finanziers kommen, desto weniger klar kann der Staat dann, wenn es um Regulierung geht und darum geht, eine klare Richtung vorzugehen, desto weniger frei ist er, dies unbeeinflusst zu machen. Und an der Stelle, glaube ich, ist schon, ich würde jetzt nicht sagen, des muss jetzt nicht eine Ohnmachtsposition, des ist ein knackiger Begriff. (Illner: So haben Sie’s mal formuliert.) So hab ich es mal formuliert in einer Überschrift. Aber am Ende ist diese Abhängigkeit nicht gut.“</em></p>



<p>Das Problem der Demokratie bedrohenden Abhängigkeit ist klar beschrieben, allerdings lohnt es sich, weiterzudenken und zu fragen, warum sich die betroffenen Gesellschaften überhaupt auf eine derart gigantische Verschuldungsdynamik, die für die USA sehr anschaulich in folgender Grafik dargestellt wird, eingelassen haben.</p>



<figure class="wp-block-table"><table><tbody><tr><td class="has-text-align-center" data-align="center"><span style="margin-left: auto; margin-right: auto;"><img loading="lazy" decoding="async" style="border: 0px; height: inherit; max-width: 100%;" src="https://heise.cloudimg.io/width/1360/q30.png-lossy-30.webp-lossy-30.foil1/_www-heise-de_/tp/imgs/89/1/9/4/3/6/0/0/f3fd679eeb7ef14d.jpg" width="640" height="521" border="0"></span></td></tr><tr><td class="has-text-align-center" data-align="center"><span style="font-size: x-small; text-align: -webkit-auto;">Gesamtverschuldung USA (Staat, Wirtschaft, Private Haushalte, Finanzsektor)</span><br>Quelle:&nbsp;<a style="background: transparent; color: #0c9aec; text-decoration-line: none;" rel="noopener noreferrer" href="http://www.heise.de/tp/artikel/35/35052/1.html" target="_blank">Telepolis</a> &nbsp; </td></tr></tbody></table></figure>



<p>Walter stellt bereits den Zusammenhang zum Wirtschaftswachstum her, das die Regierungen über Jahrzehnte zunehmend künstlich subventionieren (siehe dazu auch: &#8222;<a href="https://blog.manuelfranzmann.de/2012/03/20/grundeinkommen-statt-schuldenfinanziertes-wirtschaftswachstum/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">1</a> &#8211; <a href="https://blog.manuelfranzmann.de/2010/11/03/der-aktuelle-beschaeftigungsoptimismus-in-historischer-perspektive/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">2</a> &#8211; <a href="https://blog.manuelfranzmann.de/2008/11/01/das-ende-der-bezahlten-arbeit/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">3</a>&#8222;). Aber warum tun sie das? Die einzige plausible Antwort, die ich sehe, lautet: Sie tun es wegen des Beschäftigungseffekts. Tatsächlich setzt die Verschuldungsdynamik historisch genau in dem Moment ein, als fast alle OECD-Staaten, auch die USA, das erste Mal mit dem Problem der strukturellen Massenarbeitslosigkeit konfrontiert werden, die seitdem ein drängendes, durch allerhand Tricks in Schach gehaltenes Problem ist, wegen dem man Wahlen verlieren kann. Nun ließe sich diesbezüglich vieles noch genauer explorieren (vgl. Franzmann 2010). Ich muss mich hier auf eine einfache Überlegung beschränken: Wenn der aus der Massenarbeitslosigkeit resultierende Problemdruck derart groß ist, dass sich die Politik über Jahrzehnte dazu hinreißen lässt, die Gesellschaft in eine gigantische Verschuldungsdynamik zu leiten, weil man dadurch auf Zeit ein Wirtschaftswachstum finanzieren kann, dessen Beschäftigungseffekte man dringend benötigt, um halbwegs „Vollbeschäftigung“ oder zumindest ein einigermaßen erträgliches Maß an Arbeitslosigkeit zu gewährleisten, dann gibt es aus dieser Logik nur dadurch einen wirklichen Ausweg, dass man sich von dem Zwang, für alle Bürger Erwerbsarbeit bereitstellen zu müssen, befreit, indem man ein bedingungsloses Grundeinkommen einführt und ein Leben ohne durchgehende Erwerbsarbeit <em>positiv</em> ausgestaltet, d. h. nicht als Arbeits-<em>losigkeit</em> versteht, sondern in erster Linie als einen schätzenswerten privilegierten Freiraum anerkennt, in dem man ohne jegliche arbeitsvertragliche Verpflichtungen radikal sinnerfüllend und selbstbestimmt tätig sein kann, sofern man eben über ein ausreichendes Grundeinkommen verfügt, eine ökonomische Freiheit, die historisch betrachtet einmal aristokratischen Kreisen vorbehalten war, die nach der Devise leben konnten: „Ich lebe, um (frei) zu arbeiten und muss nicht arbeiten, um zu leben“.</p>
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