Renate Bönings DDR-Autobiographie

00001097_000Das erste Buch aus der Reihe „Studien zur rekonstruktiven Sozialforschung“ ist erschienen. Nominell handelt es sich jedoch um Band 2 der von der „Study Group Rekonstruktive Sozialforschung“ am Delmenhorster Hanse Wissenschaftskolleg herausgegebenen Buchreihe.  Informationen zur Reihe siehe hier. Das Buch enthält die DDR-Autobiographie von Renate Böning.

Böning, Renate (hrsg. von Ursula Blömer): „Ich wundere mich nur, dass wir alle mitgemacht haben.“ Erinnerungen an mein Leben in der DDR, Band 2 der Reihe Studien zur rekonstruktiven Sozialforschung, Leverkusen: Barbara Budrich, 2016

ISBN: 978-3-8474-0645-7, 165 Seiten, Sprache: DE, 36,00 €

Verlagstext:

„Wie könnte das Alltagsleben in der DDR plastischer und spannender vermittelt werden als anhand einer Biographie, als über die konkrete Erzählung einer Lebensgeschichte? Renate Böning erzählt von ihrem Leben in drei unterschiedlichen historischen Perioden: ihrer Kindheit und Jugend im Nationalsozialismus, ihrer Erwachsenenzeit und ihrem Arbeitsleben in der DDR sowie ihrem Ruhestand im wiedervereinigten Deutschland. Die Aufzeichnungen bieten eine wertvolle Grundlage für sozialwissenschaftliche Forschungen über das Leben in Deutschland, insbesondere in der DDR. Die Veröffentlichung basiert auf Interviews, die Anfang der 1990er Jahre und 2012/13 geführt wurden, sowie auf eigenen schriftlichen Aufzeichnungen von Renate Böning. In den Gesprächen und Aufzeichnungen wird Zeitgeschichte aus der Mitte der Gesellschaft heraus sichtbar gemacht.

Die 40-jährige Teilung Deutschlands schuf in beiden Staaten jeweils eigene und sehr unterschiedliche Lebenszusammenhänge. Diese differenten Welten sind auch mehr als zwanzig Jahren nach der Wiedervereinigung für ehemalige DDR und BRD-Bürger zum Teil noch rätselhaft und fremd.

Wie könnte das Alltagsleben in der DDR also plastischer und spannender vermittelt werden als anhand einer Biografie, als über die konkrete Erzählung einer Lebensgeschichte?

Renate Böning, geboren 1935, hat drei verschiedene politische Systeme und die wechselvolle Geschichte Deutschlands der letzten 80 Jahre miterlebt; mehr als 40 Jahre davon verbrachte sie in der ehemaligen DDR. In ihren autobiografischen Aufzeichnungen liefert sie interessante Einblicke in das Alltagsleben in der DDR. Die Veröffentlichung basiert auf Interviews, die Anfang der 1990er Jahre und 2012/13 geführt wurden, sowie auf eigenen schriftlichen Aufzeichnungen von Renate Böning.

Renate Böning zählte nicht zu den UnterstützerInnen des Systems, leistete aber auch keinen aktiven Widerstand. Auch wenn sie sich nicht immer angepasst verhielt, musste sie nicht unter schweren Sanktionen leiden. Sie ist und war eine Befürworterin der Wiedervereinigung, auch wenn diese nicht in jeder Hinsicht ein Gewinn für sie war. In ihren Aufzeichnungen wird Zeitgeschichte aus der Mitte der Gesellschaft heraus sichtbar gemacht.“

Band-Herausgeberin: Dr. Ursula Blömer, Institut für Pädagogik, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg


Weitere Veröffentlichungen zur Biografieforschung:

  • Franzmann, Manuel (2020): „Die Konstitution des autonomen Subjekts gegenüber der partikularen sozialisatorischen Prägung durch ein familiales Herkunftsmilieu.“. Kiel: Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. URL: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:gbv:8-mods-2020-00012-3 , 28 Seiten.
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  • Franzmann, Manuel (2019): „Methodenvergleich zwischen Soziolinguistischer Prozessanalyse und Objektiver Hermeneutik. (Erste Abschlusstagung der Studygroup Rekonstruktive Sozialforschung des Hanse-Wissenschaftskollegs, 15.-16.7.2019)“. Kiel: Unveröffentlicht.
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  • Franzmann, Manuel (2018): „'Ob ich nun über das Grab meiner Eltern ihnen böse sein soll, weil sie 1950 mit mir von Berlin-Wedding nach Berlin-Pankow gezogen sind?' – Über den Fall einer ehemaligen, systemtreuen DDR-Lehrerin“. In: Garz, Detlev; Nagel, Ulrike; Wildhagen, Anja (eds.) Biographische Erfahrungen im Sozialismus. Analysen des Lebens im ‚so anderen Land‘ der DDR. Leverkusen: Barbara Budrich. pp. 207-242
    AbstractBibTeXEndNoteBibSonomy
  • Franzmann, Manuel (2017): Säkularisierter Glaube. Fallrekonstruktionen zur fortgeschrittenen Säkularisierung des Subjekts. Weinheim: Beltz Juventa. 534 Seiten.
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  • Böning, Renate; Blömer, Ursula (ed.) (2016): "Ich wundere mich nur, dass wir alle mitgemacht haben." Erinnerungen an mein Leben in der DDR. Studien zur rekonstruktiven Sozialforschung 2. 1. ed. Leverkusen: Budrich, Barbara. Studien zur rekonstruktiven Sozialforschung 2
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  • Garz, Detlef; Nagel, Ulrike; Wildhagen, Anja (eds.) (2016): Biographische Erfahrungen im Sozialismus. Analysen des Lebens im ‚so anderen Land‘ der DDR. Studien zur rekonstruktiven Sozialforschung 1. 1. ed. Leverkusen: Budrich, Barbara. Studien zur rekonstruktiven Sozialforschung 1
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  • Bauer, Frank; Franzmann, Manuel; Fuchs, Philipp; et al. (2016): „Simulierte Normalität in (dauerhaft) geförderter Arbeit“. In: Garstenauer, Therese; Hübel, Thomas; Löffler, Klara (eds.) Arbeit im Lebenslauf. Verhandlungen von (erwerbs-)biographischer Normalität. Bielefeld: Transcript Verlag. pp. 155-68
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  • Franzmann, Manuel (2014): „Materiale Analyse des säkularisierten Glaubens als Beitrag zu einem empirisch gesättigten Säkularisierungsbegriff“. In: Hainz, Michael; Pickel, Gert; Pollack, Detlef; et al. (eds.) Zwischen Säkularisierung und religiöser Vitalisierung. Religiosität in Deutschland und Polen im Vergleich. Wiesbaden: Springer VS. pp. 127-133
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  • Bauer, Frank; Franzmann, Manuel; Fuchs, Philipp; et al. (2012): „Zwischen Aktivierungsanspruch und Beschäftigungsförderung. Die Zerrissenheit gegenwärtiger Sozialpolitik im Spiegel variierender Strategien der Umsetzung von § 16e SGB II (JobPerspektive)“. In: Soeffner, Hans-Georg (ed.) Transnationale Vergesellschaftungen. Verhandlungen des 35. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Soziologie in Frankfurt am Main. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften. 7 Seiten.
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  • Franzmann, Manuel; Jung, Matthias (2012): „»Nix Isch-AG«. Über einen jungen Kurden ohne Schulabschluss aus einer traditionalen türkischen Einwandererfamilie, der sein Leben als »Jackpot« begreift“. In: Mansel, Jürgen; Speck, Karsten (eds.) Jugend und Arbeit. Empirische Bestandsaufnahmen und Analysen. Weinheim: Beltz Juventa. pp. 119-133
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  • Daniels, Eva; Franzmann, Manuel; Jung, Matthias (2010): „Die 'Krise der Arbeitsgesellschaft' in Interviews mit Adoleszenten. Welche Auswirkungen hätte ein bedingungsloses Grundeinkommen auf ihr Leben?“. In: Franzmann, Manuel (ed.) Bedingungsloses Grundeinkommen als Antwort auf die Krise der Arbeitsgesellschaft. Weilerswist: Velbrück Wissenschaft. pp. 167-196
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  • Franzmann, Andreas (2009): „Die gegenwärtige Adoleszentenkohorte. Arbeits- und Ergebnisbericht zum Teilprojekt 'Praxis als Erzeugungsquelle von Wissen'“. In: Fried, Johannes (ed.) Abschlußbericht des Forschungskollegs „Wissenskultur und gesellschaftlicher Wandel“ (SFB 435). Frankfurt am Main Bericht für die Deutsche Forschungsgemeinschaft.
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  • Franzmann, Manuel; Pawlytta, Christian (2008): Gemeinwohl in der Krise? Fallanalysen zur alltäglichen Solidaritätsbereitschaft. Forschungsbeiträge aus der Objektiven Hermeneutik, Bd. 10. Frankfurt am Main: Humanities Online. Forschungsbeiträge aus der Objektiven Hermeneutik, Bd. 10, 480 Seiten, ISBN: 978-3-934157-52-1.
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  • Oevermann, Ulrich; Franzmann, Manuel (2006): „Strukturelle Religiosität auf dem Wege zur religiösen Indifferenz“. In: Franzmann, Manuel; Gärtner, Christel; Köck, Nicole (eds.) Religiosität in der säkularisierten Welt. Theoretische und empirische Beiträge zur Säkularisierungsdebatte in der Religionssoziologie. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften. pp. 49-82
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  • Franzmann, Manuel; Gärtner, Christel; Köck, Nicole (Hg.); Franzmann, Manuel; Gärtner, Christel; Köck, Nicole (eds.) (2006): Religiosität in der säkularisierten Welt. Theoretische und empirische Beiträge zur Säkularisierungsdebatte in der Religionssoziologie. Veröffentlichungen der Sektion Religionssoziologie der Deutschen Gesellschaft für Soziologie. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften. Veröffentlichungen der Sektion Religionssoziologie der Deutschen Gesellschaft für Soziologie, 450 Seiten, ISBN: 978-3-8100-4039-8.
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  • Franzmann, Manuel; Gärtner, Christel; Köck, Nicole (2006): „'Religiosität in der säkularisierten Welt. Theoretische und empirische Beiträge zur Säkularisierungsdebatte in der Religionssoziologie.' Einleitung“. In: Franzmann, Manuel; Gärtner, Christel; Köck, Nicole (eds.) Religiosität in der säkularisierten Welt. Theoretische und empirische Beiträge zur Säkularisierungsdebatte in der Religionssoziologie. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften. pp. 11-35
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  • Franzmann, Manuel (2005): „Generation and Secularisation in Germany. The succession of Generations up to the Youngest Adult Generation and the Advancing Process of Secularisation“. Frankfurt am Main: Goethe Universität. URL: http://publikationen.ub.uni-frankfurt.de/volltexte/2007/5129/ , 11 Seiten. Textidentisch mit: Generation and Secularisation in Germany. The succession of Generations up to the Youngest Adult Generation and the Advancing Process of Secularisation. In: Zostavila Silvia Jozefčiaková (Hg.) Moderné náboženstvo / Modern Religion. Bratislava: Ústav pre vzt’ahy štátu a cirkví, 2005, S. 210-221.
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  • Franzmann, Manuel (2005): „The ‘religiosity’ of younger Germans on the way to the ‘Veralltäglichung’ (Weber) of an autonomous conduct of life“. Frankfurt am Main Paper presented at the Zagreb Conference 2005 of the International Society for the Sociology of Religion (SISR/ISSR) “Religion and Society: Challenging Boundaries”, July 18 – 22, STS 20 “Religions of Modernity”, Convener: Stef Aupers, Dick Houtman and Karen Pärna (Revised Version).
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  • Franzmann, Manuel (2005): „Generation and Secularisation in Germany. The succession of Generations up to the Youngest Adult Generation and the Advancing Process of Secularisation“. In: Jozefčiaková, Zostavila Silvia (ed.) Moderné náboženstvo - Modern Religion. Bratislava: Ústav pre vzt’ahy štátu a cirkví. pp. 210-221
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  • Franzmann, Manuel; Pawlytta, Christian; Neuendorff, Hartmut (2004): Gemeinwohlbindung und Solidarität in Deutschland. Fallanalysen zur These der Entsolidarisierung. Habitusformationen und Deutungsmuster von Staatsbürgern im modernen Nationalstaat. Dortmund: Forschungsprojekt des Landes NRW „Entsolidarisierung und ihre sozialen und politischen Folgen". 400 Seiten.
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  • Franzmann, Manuel (2001): „Autonomy, Authenticity, and Individual Probation. Patterns of a Secularized Conduct of Life. The Case of an Austrian Mountaineer“. Frankfurt am Main Unveröffentlichtes Manuskript eines Vortrages auf der 63. Jahrestagung der Association for the Sociology of Religion in Anaheim, Kalifornien, 2001.
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